Glossar
Strahlung
bezeichnet den Energietransport in Form von schnell bewegten Elementarteilchen oder elektromagnetischen Wellen. Je nach deren Eigenschaften bei der Wechselwirkung mit Materie unterscheidet man zwischen ionisierender und nichtionisierender Strahlung
Ionisierende Strahlung
hat genügend Energie, um bei einer Wechselwirkung mit einem Atom ein Elektron (oder mehrere) aus der Atomhülle herausschlagen zu können, wodurch das Atom zum geladenen Teilchen (Ion) wird. Beispiele für ionisierende Strahlen sind Gammastrahlen oder Neutronen. Für die Strahlung gibt es unterschiedliche Maßeinheiten; gesetzliche Maßeinheit in Deutschland ist das Gray.
Nichtionisierende Strahlung
hat nicht genügend Energie, um ein Atom ionisieren zu können. Beispiele für nicht ionisierende Strahlung sind Licht, Wärmestrahlung, Mikro- und Radiowellen.
Radioaktivität
ist die spontane Umwandlung eines unstabilen Atomkerns, die zumeist unter Aussendung von ionisierender Strahlung abläuft. Dieser Umwandlungsprozess wird als radioaktiver Zerfall bezeichnet.
Radioaktiver Stoff
ist jeder Stoff, der radioaktive Atome in solchen Konzentrationen enthält, die aus Strahlenschutzgründen nicht außer Acht gelassen werden können.
Radioaktive Kontamination
nennt man die Verunreinigung von Flächen, Gegenständen oder Personen mit radioaktiven Stoffen. Die Entfernung dieser Verunreinigung wird als Dekontamination bezeichnet.
Dosis
ist das Maß für die Energie, die von einer ionisierenden Strahlung auf ein Material übertragen wird. Die Dosis wird durch die Art der Strahlung, den Betrag der übertragenen Strahlung und die physikalischen Eigenschaften des Materials selbst bestimmt. Im Strahlenschutz von Bedeutung ist die in Körpergewebe absorbierte Dosis. Andere gebräuchliche Dosisbegriffe sind die Äquivalent- und Effektivdosen, die die Wirkung der unterschiedlichen Strahlenarten oder der Strahlung in unterschiedlichen Geweben berücksichtigen. Absorbierte Dosen werden in Gray (Gy), effektive und äquivalente Dosen in Sievert (Sv) angegeben.
Strahlenexposition
ist die Summe der Dosen, die ein bestimmtes Individuum oder eine bestimmte Gruppe in einem bestimmten Zeitraum erhalten hat.
Arten von ionisierenden Strahlen
Gammastrahlen
sind elektromagnetische Wellen oder Photonen, die von Atomkernen ausgestrahlt werden.
Betastrahlen
sind Teilchen mit hoher Energie, die identisch mit Elektronen sind und von einem Atomkern ausgestrahlt werden. Man unterscheidet zwischen Beta(-)- und Beta(+)-Teilchen (Positronen), die sich nur durch ihre elektrische Ladung (das Positron trägt eine positive Ladung) unterscheiden.
Alphastrahlen
werden vom Atomkern ausgestrahlt und enthalten zwei Neutronen und zwei Protonen. Ein Alphateilchen ist ein Helium-Atomkern ohne Elektronenhülle.
Neutronen
sind ungeladene (neutrale) Teilchen, die im Atomkern enthalten sind. Sie können durch unterschiedliche Wechselwirkungen (z.B. Stöße oder Spaltungen) aus dem Atomkern entfernt werden.
Röntgenstrahlen
sind elektromagnetische Wellen oder Photonen, die nicht vom Atomkern sondern beim Energieaustausch mit den Elektronen der Atomhülle entstehen.
Maßeinheiten
Gray (Gy)
ist die Maßeinheit für die absorbierte Dosis, also die Energie, die tatsächlich in dem bestimmten Material aufgenommen wurde. Ein Gray entspricht der Übertragung von 1 Joule in einem kg des entsprechenden Materials. Das Gray beschreibt die von einer beliebigen Strahlung übertragene Energie, berücksichtigt aber nicht die biologischen Wirkungen der verschiedenen Strahlenarten.
Sievert (Sv)
ist die Maßeinheit für eine abgeleitete Größe, die Äquivalentdosis. Diese Äquivalentdosis berücksichtigt die biologische Wirkung der absorbierten Dosis im menschlichen Gewebe. Nicht jede Strahlung hat selbt bei gleicher absorbierte Dosis den gleichen biologischen Effekt. Äquivalentdosen werden oft in µSv, d.h. in Millionstel Sievert, ausgedrückt.
Becquerel (Bq)
ist ein Maß für Radioaktivität. Ein Becquerel entspricht der Menge eines radioaktiven Stoffs, in der 1 Zerfall pro Sekunde stattfindet.