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Rheinland-Pfalz-Wappen mit Schriftzug: Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung
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Radioökologie


Die Nutzung der Kernenergie zu zivilen und militärischen Zwecken sowie der Einsatz von radioaktiven Stoffen in Medizin, Forschung und Wirtschaft hat seit Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts Wissenschaftler veranlasst, dem Verbleib von in die Umwelt freigesetzten Radionukliden nachzugehen. Hieraus entstand ein neuer Wissenschaftszweig der Ökologie, die Radioökologie.

Ziel der Radioökologie ist es, die Auswirkungen sowohl der natürlichen als auch der künstlichen radioaktiven Stoffe auf die Umwelt und auf die Bevölkerung zu ermitteln. Dabei gilt es nicht nur, die derzeitige Situation zu ermitteln, die anhand von Messungen (vgl. Umgebungsüberwachung, Überwachung der Umweltradioaktivität) zu untersuchen und zu bewerten ist. Vielmehr sind auch die zukünftigen Auswirkungen vorherzusagen, was nur anhand von radioökologischen Modellen geschehen kann.

Für die Aufstellung von Vorhersagemodellen wird die Umwelt in sogenannte Kompartments aufgeteilt, durch welche die Radionuklide wandern. Der Übergang (Transfer) von einem Kompartment zu einem anderen wird durch Transferfaktoren beschrieben, die anhand von Messungen bestimmt werden. Je nach Übergang treten Transferfaktoren auf, die größer als 1 (entspricht einer Anreicherung) bzw. kleiner als 1 (Verdünnung) auf. Außerdem werden Ausbreitungsmodelle für Luft und Wasser entwickelt, die die Verfrachtung der Radionuklide in der Atmosphäre bzw. in Gewässern beschreiben.