Radioaktive Stoffe in der Umwelt
Seit seiner Entstehung enthält unser Planet, die Erde, radioaktive Stoffe, die sogenannten primordialen Radionuklide (Uran-238, Uran-235, Uran-234,Thorium-232 und deren Zerfallsreihen sowie insbesondere Kalium-40, Rubidium-87). Im Boden liegt der Gehalt an Kalium-40 im Bereich von 40 bis 1000 Bq pro Kilogramm Trockenmasse (TM). Innerhalb der U-238-Zerfallsreihe spielt das Radium-226 die wichtigste Rolle, der Gehalt im Boden liegt in Deutschland zwischen 10 und 200 Bq pro Kilogramm TM, in Ausnahmefällen auch darüber. Die Gehalte an Thorium-232 und der Nuklide aus der Thorium-Reihe liegen in Bereichen zwischen 8 und 80 Bq pro Kilogramm. Neben diesem aus dem Boden stammenden Radionukliden werden durch kosmische Strahlung ständig Radionuklide wie H-3,Be-7 und C-14 neu gebildet.
Da natürliche Radionuklide sich in ihren chemischen Eigenschaften nicht von ihren stabilen Isotopen unterscheiden, nehmen sie in gleicher Weise wie die stabilen Isotope an den Transportprozessen durch die belebte und unbelebte Materie teil. Hierdurch wird eine innere und äußere Strahlenexposition verursacht, der der Mensch seit Anbeginn ausgesetzt ist. Die kosmischen Radionuklide tragen mit 0,01 mSv pro Jahr nur in geringem Umfang zu der gesamten durch kosmische Strahlung verursachten Strahlenexposition (0,3 mSv pro Jahr) bei. Die äußere Strahlenexposition durch natürliche Radionuklide im Boden liegt in der Bundesrepublik im Mittel bei 0,41 mSv pro Jahr. Die innere Strahlenexposition durch das Einatmen natürlicher radioaktiver Stoffe beträgt im Mittel ca. 1,4 mSv pro Jahr bei ständigem Aufenthalt im Freien. Kalium-40 sowie die Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen werden über Trinkwasser und Nahrung (Ingestion) aufgenommen und rufen eine mittlere effektive Jahresdosis von 0,3 mSv hervor.
Durch den Eintrag von radioaktiven Stoffen in die Umwelt infolge menschlicher Tätigkeiten (Energieerzeugung, Medizin, Forschung und Industrie) ist auch nach Beendigung der oberirdischen Kernwaffenversuche eine zusätzliche Strahlenexposition zu beobachten. Hierüber unterrichtet der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit seinem Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung" jährlich den Bundestag. Um diese Strahlenexposition zu minimieren, gilt es, die Radioaktivität in der Umwelt zu überwachen.
Bei der Radioaktivitätsüberwachung in Rheinland-Pfalz werden zwei Bereiche unterschieden:
- Überwachung des unmittelbaren Einwirkungsbereichs ("Umgebungsüberwachung") von Anlagen oder Einrichtungen (vorwiegend Kernkraftwerke)
- Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität. (Strahlenschutzvorsorge)

