Planungsgeschichte
Gründung
Die Geschichte der "Raumordnung und Landesplanung" in Rheinland-Pfalz beginnt mit der Schaffung des Landes nach dem 2. Weltkrieg. Die Zusammenfassung von Gebieten mit sehr unterschiedlichen historischen Entwicklungen bedurfte einer einheitlichen Ordnung und geplanten Entwicklung. Die ersten Aufgaben der Raumordnung waren, den Wiederaufbau der vom Krieg in großem Maße zerstörten - schon ehemals gut industrialisierten - Räume am Rhein zu unterstützen sowie die Gegensätze zwischen den städtischen Räumen im Rheintal und den Höhengebieten in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Westpfalz mit ihren land- und forstwirtschaftlich geprägten Strukturen zu überwinden.
Ausgangssituation
Die Ausgangssituation bei der Entstehung des Landes war damit nicht gerade rosig: Über Generationen hinweg wurden die meisten rheinland-pfälzischen Gebietsteile als militärische Aufmarschgebiete nur nach strategischen Gesichtspunkten „gefördert“ und erschlossen. Viele Teile des Landes standen lange auf der Schattenseite der europäischen Geschichte; noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lagen viele Gebiete abseits der industriellen Entwicklung.
Aufgrund dieser historischen Entwicklung sind Strukturschwächen entstanden, die bis in die Gegenwart hineinwirken. Mit dieser Hypothek aus der Vergangenheit hat das neue Land Rheinland-Pfalz 1947 seinen Weg begonnen.
Die Raumordnung und Landesplanung in Rheinland-Pfalz hat die räumliche Entwicklung des Landes maßgeblich mitgestaltet. Ihr vornehmliches Ziel war bis zum Ende der fünfziger Jahre, Grundlagen zu liefern (Aufbauplanung) und die für die räumliche Entwicklung wichtigen Fakten zu sammeln und darzustellen. Dies betraf insbesondere die Bestandsaufnahme, Bevölkerung und Infrastruktur, die Bereitstellung verlässlicher Planungsunterlagen und die für die angestrebte Entwicklung notwendige Erarbeitung von landesweit einheitlichen Planungsmethoden und -zeichen.
Landesentwicklungsprogramme (LEP)
1968 wurde das erste Landesentwicklungsprogramm aufgestellt. Zielsetzung war bereits damals die einseitige militärische Ausrichtung des Landes zu überwinden. Mit dem zweiten Landesentwicklungsprogramm im Jahr 1980 sollte die wirtschaftliche Lage in den strukturschwachen Gebieten gefördert werden. Die Themen nachhaltige Entwicklung, deutsche Einheit und Konversion bestimmten das LEP III 1995. Im neuen Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) aus dem Jahr 2008 werden die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie der Globalisierung und die damit verbundene Sicherung der Daseinsvorsorge thematisiert.


