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Rheinland-Pfalz-Wappen mit Schriftzug: Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung
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Startseite  >  Klimaschutz, Energie  >  Energiesparen/ Energieeffizienz  >  Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplungs-Initiative Rheinland-Pfalz


Im Strom- und Wärmemarkt können beträchtliche Energieeffizienzsteigerungen insbesondere durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erreicht werden. Durch eine weitgehende Nutzung der Abwärme aus der Stromerzeugung kann der Gesamtwirkungsgrad der Energieerzeugung erhöht und der Einsatz fossiler und regenerativer Energieträger optimiert werden. Nach einer Studie des Bremer Energieinstituts könnten deutschlandweit bis zu 57 Prozent des Stroms und 32 Prozent des Wärmebedarfs aus KWK gedeckt werden.

Um die vielfältigen Potenziale einer effizienten Nutzenergieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung im Land zu erschließen, hat das Land im Jahr 2008 die "Kraft-Wärme-Kopplungs-Offensive Rheinland-Pfalz" gestartet.

Die KWK-Offensive Rheinland-Pfalz besteht aus den Bausteinen:

  • "Strom erzeugende Heizung" etablieren,
  • die industrielle KWK stärken sowie
  • Wärmenetze - fossil sowie auf Basis erneuerbarer Energien - ausbauen.

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist dezentral. Sie braucht den Energieversorger vor Ort. Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit dem Ausbau von Wärmenetzen bietet ein großes Geschäftspotential vor allem für Stadt- und Gemeindewerke, aber auch für Regionalversorger und Contractoren.

Die KWK Offensive Rheinland-Pfalz erhält breite Unterstützung:

  • Die Gaswirtschaft und der Mineralölhandel fördern die Installation von KWK-Anlagen.
  • Die Hersteller von KWK-Anlagen geben einen Zuschuss.
  • Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk sorgen für eine qualifizierte Umsetzung.   

Für die gewerbliche Kraft-Wärme-Kopplung bietet das Land über das "EffNet" vielfältige Informationen an. Das Land fördert Konzepte für Wärmenetze und unterstützt finanziell im Rahmen eines Zinszuschussprogramms "Investitionen im Bereich der Energieeffizienz und der Energieversorgung einschließlich der Erneuerbaren Energien" im Wärmebereich, z.B. den Bau von KWK-Anlagen sowie der Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen. Damit können jährlich Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt werden.

Außerdem fördert das Wirtschaftsministerium die kostenlose KWK-Beratung durch die Transferstelle Bingen. Die Kommunen und die regionalen Planungsgemeinschaften werden ermutigt, im Rahmen ihrer Energiekonzepte KWKPotenzialanalysen zu erstellen, um das große Effizienz- und Klimaschutzpotential umfassend zu erschließen.

Große Chancen bietet auch die Abwärmenutzung von Müllheizkraftwerken sowie von Fossil-Kraftwerken, wie u. a. die Fernwärmenetzstudie für die Metropolregion Rhein-Neckar belegt. Der umfassende Ausbau des Fernwärmenetzes in Ludwigshafen oder der Anschluss des Fernwärmenetzes der Stadt Speyer an Abwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim sind Lösungen, die die Abhängigkeit von Erdgas deutlich reduzieren.

In Rheinland-Pfalz ist das KWK-Ziel für 2020 bereits heute erreicht. Lag der KWK-Anteil 2004 noch bei 17% des Bruttostromverbrauchs, so ist er bis 2008 auf 31% angestiegen. Damit übertrifft Rheinland-Pfalz das von der Bundesregierung für 2020 formulierte Ziel eines KWK Stromanteils von 25% bereits heute. Zu dieser Steigerung trägt zu ca. zwei Dritteln die industrielle KWK bei, aber auch die Energieversorgungsunternehmen haben mit über 1 Mrd. kWh zusätzlichen KWK-Stroms einen erheblichen Anteil an dem Zuwachs.