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Rheinland-Pfalz-Wappen mit Schriftzug: Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung
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Bodenschutz
Startseite  >  Bodenschutz  >  Vorsorgender Bodenschutz  >  Bodendauerbeobachtung

Bodendauerbeobachtungsflächen


Bodendauerbeobachtungsflächen dienen dazu, die zeitliche Veränderung der Böden zu dokumentieren und die diese Veränderungen bedingende Prozesse zu ermitteln und zu verstehen. Die Boden-Dauerbeobachtungsflächen sind dabei ein Bestandteil einer medienübergreifenden - Luft, Klima, Boden, Bodenlebewelt, Wasser - Ökosystemforschung.

Um eine länderübergreifende Auswertung der Bodenzustände zu ermöglichen, wurden deshalb die Anforderungen an den Aufbau und Betrieb von Dauerbeobachtungsflächen BDF bundesweit harmonisiert. Von 2008 bis 2010 fanden an insgesamt 16  forstlichen Umweltweltkontrollflächen ergänzende Boden-Status-Untersuchungen statt, so dass Rheinland-Pfalz nun "offiziell" 16  Boden-Dauerbeobachtungsflächen betreibt. Die entsprechenden Untersuchungen wurden vom Landesamt für Geologie und Bergbau RP im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) in enger Abstimmung mit der Forstverwaltung RP ausgeführt. Im neben stehenden rechten Downloadbereich kann der Statusbericht der Bodenuntersuchungen des LUWG von 2012 eingesehen werden. Nähere Informationen sowie die vollständige Dokumentation aller 16 BDF-Flächen sind der Internetseite des LGB zu entnehmen.

Die Boden-Dauerbeobachtungsflächen RP sind damit ein Bestandteil der forstlichen Dauerbeobachtungs- und Umweltkontrollflächen. Seit 1983 betreibt die  Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt (FAWF) an ausgewählten Standorten in Waldökosystemen Versuchs- und Forschungsflächen mit unterschiedlicher Austattung und Intensität. Insgesamt lassen sich hierüber

  • Erkenntnisse über die Reaktion der Waldökosysteme auf veränderte Umweltbedingungen erhalten
  • die künftige Entwicklung bei unterschiedlichen Belastungen prognostizieren und
  • Hinweise auf geeignetete Gegenmaßnahmen entwickeln.

Ursache und Auswirkungen

Die anhaltende Ablagerung und Akkumulation von Luftschadstoffen hat verhängnisvolle Wirkungen für die Waldböden. Die eingetragenen Schwefel- und Stickstoffverbindungen wirken im Boden als Säure. Da diese Säurebelastung in vielen Waldbereichen das natürliche, substratabhängige Vermögen der Böden zur Säureabpufferung überschreitet, wird das Puffer- und Speichervermögen der Böden irreversibel geschädigt. Die fortschreitende Bodenversauerung verursacht Nährstoffauswaschung und Schadstoffmobilisierung und verringert dadurch einerseits die Nährstoffvorräte, andererseits können durch freigesetzte Schadstoffe (freies Aluminium, Schwermetalle) sowohl die Bodenbiozönose und die Pflanzenwurzeln geschädigt werden, aber auch die Stoffe in Richtung Grundwasser gelangen. Die steigende Stickstoffübersättigung führt zusammen mit dem versauerungsbedingten Nährstoffverlusten zu Nährstoffungleichgewichten und damit zu einer deutlichen Destabilisierung der Waldökosysteme. So können die Effekte einzelner Schadstoffe aber auch komplizierte Verknüpfungen zwischen natürlichen Faktoren und anthropogen verursachten Schadeinwirkungen aufgedeckt werden.

An allen Standorten wird der Waldentwicklungszustand erfaßt, an insgesamt 14 Stationen werden mittels sogenannter Depositionsmessungen die tatsächlich in die Waldökosysteme eingetragenen luftbürtigen Schadstoffmengen im Vergleich zu Freiflächen (deutlich erhöht wegen der Auskämmeffekte im Kronenraum) ermittelt. An zwei intensiv bearbeiteten Standorten erfolgt durch die zusätzliche Erfassung des Wasserhaushaltes sowie einer Ein- und Austragsbilanzierung charakteristischer Bioelemente eine langfristige Bodendauerbeobachtung hinsichtlich der Auswirkung der luftbürtigen Deposition.

Die im Boden gespeicherten Nährstoffvorräte, das Ausmaß und die Entwicklung der Bodenversauerung wird an 13 Boden-Dauerbeobachtungsflächen untersucht. Durch Kopplung von verschiedenen Kalkungsversuchen an ausgewählte Dauerbeobachtungsflächen werden gleichzeitig die Effekte der Bodenschutzkalkung überprüft.

 Inzwischen sind Dreiviertel der Waldstandorte in Rheinland-Pfalz so deutlich versauert, dass eine Bodenschutzkalkung erforderlich war bzw. ist. Die Bodenschutzkalkung ist keine Düngemaßnahme sondern eine Kompensationsmaßnahme, die lediglich das weitere Fortschreiten der Bodenversauerung durch Einbringung von natürlich wirkenden Puffersubstanzen (Ausbringung von körnigem Dolomit mittels Hubschrauber) teilweise abbremsen kann und somit auch zum Schutz der Grund- und Quellwässer beiträgt.Die Bodenschutzkalkungen werden wissenschaftlich betreut, wobei deren positive Ökosystemauswirkungen bei standortangepasster Vorgehensweise inzwischen zweifelsfrei belegt sind.

Jährliche Waldzustandsberichte 

Die jährlich ca. Anfang November erscheinenden  Waldzustandsberichte informieren über die aktuelle Situation der rheinland-pfälzischen Waldökosysteme und die Entwicklung der Waldschäden seit 1984. Diese enthalten nicht nur die Befunde der Terrestrischen Waldschadenserhebung, sondern auch Informationen zur Entwicklung der Luftschadstoffsituation in Rheinland-Pfalz und zu den Ursache-Wirkungszusammenhängen im Waldschadensgeschehen. Dargestellt werden dabei ua. auch Maßnahmen zur Verbesserung der Luftschadstoffbelastung und zur Stabilisierung der Waldökosysteme.

  • Waldzustandsbericht 2008
  • Waldzustandsbericht 2009
  • Waldzustandsbericht 2010

Bodenzustandserhebung im Wald

Zusätzlich zu diesen kontinuierlich laufenden jährlichen Programmen erfolgt die Erhebung des Bodenzustandes in einem festgelegten Aufnahmeraster im Rahmen der bundesweiten Bodenzustandserhebung im Wald (BZE).

Die Ersterhebung fand 1989 in Rheinland-Pfalz in einem 4 km * 12 km Raster statt (mit 143 Aufnahmestandorten), die Wiederholung ist in Rahmen einer europaweiten Erhebung im 10-15-jährigen Turnus vorgesehen. Die Wiederholungsuntersuchungen wurden bundesweit von 2006 bis 2010 ausgeführt. Im rheinland-pfälzischen Forst erfolgten die entsprechenden Inventuren von 2006 bis 2008. Dabei wurden insgesamt 165 Standorte bearbeitet. Die Beschreibung und Probennahme dieser 165 Standorte mit Anlage von Bodenprofilgruben ist abgeschlossen. Derzeit läuft die Analytik auf Nähr- und Schadstoffparameter sowie zur Ermittlung der weiteren Bodenkennwerte (Bodenart, Skelettanteil, Dichte, ...) auf Hochtouren. Zusätzlich zu den "normalen" forstrelevanten Parametern wurden in Rheinland-Pfalz die gewonnenen Proben auch genutzt, um "umweltrelevante" Daten zu erheben, die für die Ableitung von Hintergrundwerten genutzt werden. Konkret bedeutet dies, dass in allen Proben die Gesamtgehalte der Schwermetalle bestimmt werden. Zusätzlich werden an einen ausgewählten Probenkollektiv ausgewählte organische Schadstoffparameter in der obersten Oberbodenprobe - integriert in ein bundesweites Programm des BMU - analysiert. 
Weitere Informationen zu forstlichen Untersuchungsvorhaben und zur Waldstruktur können u.a. auch dem Umweltatlas Rheinland-Pfalz im dortigen Themengebiet Wald entnommen werden.

     

    Ansprechpartner

    Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung

    Dr. Josef Backes
    Stiftsstraße 9
    55116 Mainz
    Telefon: 06131-16-4405
    Fax: 06131-1617-4405
    Kontakt:  Josef.Backes@mwkel.rlp.de

    Externe Ansprechpartner

    Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft

    Dr. Joachim Block
    Hauptstraße 16
    67705 Trippstadt
    Telefon: 06306-911120
    Fax: 06306-911200
    Kontakt:  Joachim.Block@wald-rlp.de

    Landesamt für Geologie und Bergbau

    Dr. Ernst-Dieter Spies
    Emy-Roeder-Straße 5
    55129 Mainz
    Telefon: 06131-9254283
    Fax: 06131-9254123
    Kontakt:  Ernst-Dieter.Spies@lgb-lrp.de

    Downloads

    BDF Statusbericht 2012.pdf 
    Statusbeprobung von Bodendauerbeobachtungsflächen in Rheinland-Pfalz 2012 (ca. 16,9 MB)
    Waldzustandsbericht 2011.pdf 
    (ca. 80 Seiten, ca. 3.2 MB)
    Waldzustandsbericht 2010.pdf 
    (ca. 3,4 MB)
    Waldzustandsbericht 2009.pdf 
    (ca. 3.2 MB)
    Waldzustandsbericht 2008.pdf 
    (ca. 3,2 MB)

    Web-Kartenserver

    Umweltatlas Rheinland-Pfalz


    Externe Internetangebote

    Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB RP)
    Dokumentation der Status-Bodenuntersuchungen der BDF-Flächen

    Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft,
    Trippstadt (FAWF)

    Umweltbundesamt - Bodendauerbeobachtung

    Umweltbundesamt - Umweltbeobachtung